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Die SPD-Fraktion Potsdam erteilt den Überlegungen von Oberbürgermeisterin Noosha Aubel zu einer möglichen Teilprivatisierung des Klinikums Ernst von Bergmann eine klare Absage. Für die Sozialdemokraten steht fest: Das Klinikum muss vollständig in kommunaler Hand bleiben.
„Unser Klinikum ist nicht zu verkaufen! Weder vollständig noch in Teilen. Das Ernst von Bergmann ist das Herzstück unserer medizinischen Versorgung und gehört zur kritischen Infrastruktur. Wer Anteile an private Investoren verkauft, gibt damit auch die demokratische Kontrolle über eine der wichtigsten Einrichtungen unserer Stadt teilweise aus der Hand. Das kommt für uns als SPD nicht infrage“, erklärt Nico Marquardt, SPD-Fraktionsvorsitzender und Mitglied des Aufsichtsrates des Klinikums.
Mit mehr als 4.000 Beschäftigten in der Ernst von Bergmann Gruppe zählt das Unternehmen zu den größten Arbeitgebern Potsdams. Die SPD warnt vor den langfristigen Folgen einer Privatisierung.
Grit Schkölziger, SPD-Fraktionsvorsitzende: „Wir sehen bundesweit, welche Risiken Krankenhausprivatisierungen mit sich bringen: Wirtschaftlich weniger rentable, aber medizinisch unverzichtbare Abteilungen geraten unter Druck. Gesundheitsversorgung muss sich am Wohl der Menschen orientieren, nicht an den Renditeerwartungen privater Investoren.“
Die SPD-Fraktion unterstützt die notwendigen Maßnahmen zur finanziellen Stabilisierung. Dazu gehören kurzfristige Liquiditätshilfen, strukturelle Maßnahmen im Unternehmen und eine stärkere finanzielle Verantwortung von Bund und Land.
Marquardt: „Wir haben eine Verantwortung für die Stadt und die Beschäftigten des EvB. Eine kurzfristige Finanzkrise darf nicht mit einer dauerhaften Privatisierung beantwortet werden. Noch vor wenigen Wochen wurde ein Verkauf durch die Klinikleitung ausdrücklich ausgeschlossen. Dass nun öffentlich über einen möglichen Teilverkauf unseres Klinikums diskutiert wird, wirft erhebliche Fragen auf. Bei einer so weitreichenden Entscheidung erwarte ich vollständige Transparenz und eine frühzeitige Einbindung der zuständigen Gremien.“
„Die SPD steht für eine starke öffentliche Daseinsvorsorge. Das gilt für unser Wasser genauso wie für unsere Krankenhäuser. Wir werden Verantwortung für die wirtschaftliche Stabilisierung des Ernst von Bergmann übernehmen. Aber eine Privatisierung ist für uns keine Option. Unser Klinikum muss zu 100 Prozent kommunal bleiben.“
Die SPD-Stadtfraktion übt scharfe Kritik an Baubeigeordnetem Bernd Rubelt. Die nun bekannt gewordenen Finanzierungslücken bei der Beschaffung neuer Straßenbahnen und der Erschließung von Krampnitz zeigen erneut erhebliche Defizite bei der Steuerung zentraler Infrastrukturprojekte. Besonders irritierend ist dabei der Versuch des Baubeigeordneten, die Verantwortung für die fehlenden Haushaltsmittel von sich zu weisen.
Nico Marquardt, SPD-Fraktionsvorsitzender, erklärt:
„Bernd Rubelt trägt als Baubeigeordneter und Aufsichtsratsvorsitzender der ViP eine besondere Verantwortung für die Zukunft unseres öffentlichen Nahverkehrs. Es ist seine Aufgabe, die Finanzierung beschlossener Projekte in den Haushalt seines Geschäftsbereiches einzuplanen und die Finanzierung zu gewährleisten. Wenn bei der Beschaffung von Straßenbahnen plötzlich Finanzierungslücken in zweistelliger Millionenhöhe offenbar werden, kann seine Antwort nicht darin bestehen, die Verantwortung auf andere Geschäftsbereiche abzuwälzen. Wer Projekte auf den Weg bringt, muss auch dafür sorgen, dass ihre Finanzierung frühzeitig und verlässlich abgestimmt wird. Stattdessen erleben wir erneut Schuldzuweisungen, fehlende Abstimmung und mangelnde Führung. Das ist leider kein Einzelfall mehr, sondern fügt sich in eine lange Reihe von Problemen in seinem Verantwortungsbereich ein. Unsere Unterstützung für den Abwahlantrag gegen Bernd Rubelt sehen wir dadurch einmal mehr bestätigt, denn wieder reißt er finanziell Löcher, die die Stadtkasse gegenfinanzieren muss: Letztlich also die Bürgerinnen und Bürger.“
Besonders schwer wiegt aus Sicht der SPD-Fraktion, dass mit der Straßenbahnanbindung nach Krampnitz eines der wichtigsten Stadtentwicklungsprojekte Potsdams betroffen ist. Während das Land Brandenburg erhebliche Fördermittel in Aussicht stellt, droht die ungeklärte städtische Finanzierung zum Hindernis für die weitere Entwicklung des neuen Stadtteils zu werden. Auch bei der Beschaffung von insgesamt 19 neuen Straßenbahnen sind nach den aktuellen Berichten noch rund 38 Millionen Euro an Finanzierung ungeklärt.
Grit Schkölziger, SPD-Fraktionsvorsitzende, betont:
„Die Menschen in Potsdam erwarten zu Recht, dass wir den dringend benötigten Wohnungsbau voranbringen und gleichzeitig eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur schaffen. Krampnitz ist dafür von entscheidender Bedeutung. Wir können nicht einerseits über fehlenden bezahlbaren Wohnraum klagen und andererseits zulassen, dass die Erschließung eines ganzen Stadtteils durch immer neue Planungs- und Finanzierungsprobleme gefährdet wird. Gerade angesichts der schwierigen Haushaltslage braucht Potsdam eine Verwaltungsspitze, die vorausschauend plant, Prioritäten setzt und gemeinsam Lösungen erarbeitet. Genau diese Verlässlichkeit vermissen wir bei Bernd Rubelt vollständig.“
Für die SPD-Fraktion steht fest: Die jüngsten Vorgänge sind ein weiterer Beleg dafür, dass ein personeller Neuanfang im Geschäftsbereich Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt notwendig ist. Die SPD-Fraktion hält deshalb ausdrücklich an ihrer Unterstützung des Abwahlantrags gegen Bernd Rubelt fest.
Deutschlandweit ist Potsdam Spitzenreiter bei den Wasser- und Abwasserpreisen. Warum ist das eigentlich so?
In diese komplizierte Thematik hat sich unser SPD-Stadtverordnete Marcel Schulz eingearbeitet. Als Vorsitzender des städtischen Rechnungsprüfungsausschusses hat er Zugang zu dem Zahlenwerk der Wassersparte der EWP.
Im Rahmen der neuen Veranstaltungsreihe „SPD im Dialog“ trug Marcel Schulz seine Ergebnisse im voll besetzten Arbeitsraum des RHH vor. Zunächst ging es darum, die rechtlichen Unsicherheiten bei der Berechnung der Wassergebühren zu analysieren.
Da geht es erstmal um die Gebührensatzung der Stadt, die einige Unsicherheiten bot. Unklar blieb die klare Trennung der wirklich „ansatzfähigen Kosten“ für die Berechnung der Wasserpreise in Ab-grenzung zu anderen Kosten, die die EWP in Erledigung weiterer Aufgaben erzeugt. Darüber hinaus macht aber auch der Vertrag zwischen der EWP und der Stadt Potsdam große Probleme.
Schon 2019 gab es erste Warnungen, da die Regelungen wenig transparent seien. „Schon damals hät-te man wohl die Reißleine ziehen sollen“, erklärte Marcel Schulz. Aber man ließ die Dinge laufen. Nun liegt ein OVG-Urteil vom 14.05.2025 vor, mehr Transparenz bei der Berechnung der Wasserpreise ein-fordert. Inzwischen liegen der Stadt ca. 10.000 Widersprüche zu den Wasserrechnungen aus den ver-gangenen Jahren vor. Ihre Bearbeitung berge „ein erhebliches Haushaltsrisiko, das Bauchschmerzen bereitet“, so Marcel Schulz.
Wie hat die Stadt Potsdam bisher reagiert? Es gibt nun eine neue Gebührensatzung, gültig ab Januar 2026 und der Vertrag mit der EWP wurde zum Ende des Jahres 2027 gekündigt.
Die SPD-Stadtfraktion hat in der Stadtverordnetenversammlung durchgesetzt, dass nun eine 100% kommunale Gesellschaft unter dem Dach der Stadtwerke für Wasser und Abwasser ge-gründet wird. Das ist ein Erfolg unserer SPD, das durchgesetzt zu haben!
Durch die Neuorganisation verspricht sich die Stadtpolitik eine Lösung der vergangenen Probleme. Was bleibt, sind die hohen Defizite der vergangenen Jahre in der Wassersparte, die leider dem zustän-digen Beigeordneten nicht aufgefallen sind. Sie muss der Gebührenzahler weiterhin übernehmen, ebenso wie die Investitionskosten im Anlagebereich der Wassersparte, z.B. in die neuen Wasser-stufen der Kläranlagen.
In der regen Diskussion im Anschluss des Vortrages zeigte sich, dass wohl weiterhin mit hohen Was-serpreisen zu rechnen ist, aber auch Hoffnung auf Besserung besteht.


SPD-Fraktion würdigt die außergewöhnliche Lebensleistung von Burkhard Exner
Potsdam, 21. September 2026
Nach einem Vierteljahrhundert im Dienst der Landeshauptstadt Potsdam hat Bürgermeister Burkhard Exner angekündigt, im Frühjahr 2027 auf eigenen Wunsch in den Ruhestand zu treten. Die SPD-Fraktion blickt mit tiefem Respekt und großer Dankbarkeit auf eine außergewöhnlich lange und prägende kommunalpolitische Tätigkeit zurück, die Potsdam maßgeblich zu der erfolgreichen Stadt gemacht hat, die sie heute ist.
Nico Marquardt, SPD-Fraktionsvorsitzender, erklärt dazu: „Burkhard Exner ist der Architekt der modernen Potsdamer Finanzpolitik. Als er im August 2002 in unsere Stadt kam, war Potsdam eine Haushaltssicherungskommune und stand vor enormen finanziellen Herausforderungen. Dass wir diese schwierige Situation überwinden konnten und Potsdam heute zu den lebenswertesten Städten Deutschlands gehört, haben wir maßgeblich seinem unermüdlichen Einsatz zu verdanken. Er stand über Jahrzehnte für eine Finanzpolitik, die stets von sozialdemokratischen Grundwerten geprägt war. Für ihn waren solide öffentliche Finanzen nie ein Selbstzweck, sondern die zwingende Voraussetzung dafür, dass unsere Stadt investieren und soziale Verantwortung für die Gemeinschaft übernehmen kann. Seine außergewöhnliche Leistung für Potsdam verdient unseren allergrößten Respekt.“
Seit seinem Amtsantritt, zunächst 2002 als Beigeordneter und ab 2006 als Bürgermeister, begleitete Burkhard Exner vier verschiedene Oberbürgermeister. Er steuerte die Stadt mit ruhiger Hand durch zahlreiche gesellschaftliche Veränderungen und Krisen, wie die Aufnahme vieler Geflüchteter und die Corona-Pandemie. Dabei bewies er stets eine tiefe Loyalität gegenüber der Stadt und den demokratisch gewählten Gremien, unabhängig von politischen Konstellationen.
Grit Schkölziger, SPD-Fraktionsvorsitzende, ergänzt: „Wir verlieren mit Burkhard Exner einen herausragenden Finanzexperten, der sich selbst nie in den Vordergrund gedrängt hat, sondern für den ausschließlich die beste Lösung für Potsdam zählte. Für ihn standen hinter Bilanzen und Zahlen immer die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Gerade in schwierigen Zeiten hat er darauf geachtet, dass notwendige Konsolidierungen nicht zu Lasten des sozialen Zusammenhalts gehen. Dass er auch jetzt die Verantwortung übernimmt, um gemeinsam mit der Stadtverordnetenversammlung noch einen tragfähigen Haushalt für die kommenden Jahre zu erarbeiten und erst danach sein Amt abgibt, zeigt sein bemerkenswertes Pflichtbewusstsein. Wir danken ihm von Herzen für sein unschätzbares Wirken und wünschen ihm für den kommenden neuen Lebensabschnitt und die Zeit für seine Familie alles erdenklich Gute.“
Mit dem Ausscheiden von Burkhard Exner verliert die Landeshauptstadt eine Persönlichkeit, die für ein großes Stück kommunaler Kontinuität steht. Die SPD-Fraktion wird Bürgermeister Exner in den kommenden Monaten bei den anstehenden Haushaltsberatungen vollumfänglich unterstützen, um sein Ziel eines tragfähigen Haushaltsbeschlusses gemeinsam zu erreichen und das Fundament für eine weiterhin soziale und zukunftsfähige Stadt zu sichern.
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